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Für Freunde blutiger Steaks: Cody McFadyens „Die Blutlinie“

Cody McFadyen: Die Blutlinie

Auf fünf Bücher hat es Cody McFadyens Reihe um FBI-Agentin Smoky Barrett inzwischen gebracht, das jüngste ist in diesem Jahr erschienen. Ein guter Zeitpunkt also, um sich dem ersten Band Die Blutlinie zu widmen.

Die Wiedergeburt Jack the Rippers

Smoky Barrett leidet unter einem schweren Trauma. Ein Psychopath hat sie verstümmelt, vergewaltigt und ihren Mann zu Tode gefoltert. Beim Versuch, ihn zu erschießen, hat er ihre Tochter als Schutzschild missbraucht. Er stirbt, doch ihr Kind ebenfalls.

Lange Zeit zur Regeneration hat sie indes nicht, denn ihre beste Freundin fällt einem bestialischen Serienmörder zum Opfer, der sich Jack Junior nennt und sich als Nachfahre Jack the Rippers ausgibt. Er verlangt von Smoky, sein persönlicher Inspector Abberline zu werden.

Das Gegenteil von Subtilität

Die Blutlinie ist ein sehr lautes Buch. Es spricht nicht zum Leser, es brüllt ihn an. Subtilität sucht man vergeblich, denn hier ist alles grell überzeichnet: Die Charaktere, die Psychologie, die Gewalt. Das muss man wissen, wenn man mit Smoky Barrett auf Mörderjagd geht. Anders als Hannibal Lecter serviert uns Jack Junior keine Leber mit Chianti, sondern rohes Gehacktes mit Hektolitern an Blut und anderen Körperflüssigkeiten. Kann man sich darauf einlassen, macht der Roman durchaus Spaß, denn die Geschichte ist gut erzählt, sie ist heftig und sie ist spannend.

Von Stereotypen und Vorhersehbarkeit

Dem Unterhaltungswert zum Trotz hat Die Blutlinie zwei eklatante Schwächen: Zum einen gebiert die Überzeichnung ausschließlich vollkommen unglaubwürdige und stereotype Charaktere, die dem Leser schlicht gleichgültig sind und ihn so auf Distanz halten. Diese Distanz ist aber offensichtlich ungewollt, denn sie steht in krassem Kontrast zur Erzählperspektive, die durch die Wahl des Präsens und der Ich-Form eine unmittelbare Nähe suggerieren soll.

Zum anderen ist sehr früh klar, wer hinter den grausamen Morden steckt. Die Auflösung überrascht daher nur in ihrer vorhersehbaren Konsequenz und verkauft nicht nur den Leser für dumm, sondern auch das Team rund um Smoky Barrett. Sollten ausgewiesene Top-Agenten aus ganzen Bücherwagen von Indizien nicht die richtigen Schlüsse ziehen können, sähe es für die Polizeiarbeit düster aus. Zwar setzt der Roman ganz auf blutige Schockeffekte und krasse Schicksale; ein wenig mehr Sorgfalt hätte dem Plot jedoch gut getan.

Diesen Ungereimtheiten zum Trotz ist Die Blutlinie ein kurzweiliger Thriller für eher hartgesottene Leser mit Hunger auf Fastfood. Lust auf weitere Fortsetzungen macht er indes nicht. Auf eine Besprechung der ebenfalls im Doppelband enthaltenen Fortsetzung Der Todeskünstler kann getrost verzichtet werden, denn sie tauscht lediglich den Killer aus und orientiert sich ansonsten an den vorgestellten Parametern.

Die Blutlinie
Published by: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-17028-9
Available in: Paperback

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  1. Lara

    Ich bin sehr enttäuscht! Das Buch hat mir gar nicht gefallen, ich bin einfach froh, dass ich das Buch ausgeliehen habe… Sonst wäre um das Geld zu schade.

    Der Eindruck ist dass das Buch ein Teenie geschrieben hat – ohne Lebenserfahrung und Recherche.

    Charaktere sind unsympathisch. Und – ich kann es kaum Ertragen! – auf jeder Seite 2xmal Zuckerschäuzchen!!! Erbärmlich!

    Ich werde keine Bücher aus dieser Reihe lesen.

    • Wilko Steffens

      Hallo Lara,

      danke für Deinen Kommentar, den ich voll und ganz nachvollziehen kann. Der Doppelband hat mir ebenfalls gereicht.

      Wenn man weiß, worauf man sich einlässt, ist das Buch dennoch unterhaltsam und in diesem Genre gibt es leider zu viele Romane, die noch minderwertiger sind.

      Gruß,
      Wilko

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