Pierce Brown: Red Rising - Jahr des Taschenbuchs 2016

Auf das hochgelobte Red Rising bin ich durch eine recht überschwängliche Rezension in der FAZ aufmerksam geworden. Dort zieht Alexander Armbruster lobende Vergleiche zum Herrn der Ringe, zu Battle Royale und Dune. Das ließ Großes erahnen und deshalb ist der erste Teil der Trilogie mein Taschenbuch des Monats im November 2016.

Dystopie als falsche Fährte

Red Rising erzählt die Geschichte Darrows, eines sogenannten Höllentauchers, der unter der Oberfläche des Mars Helium-3 fördert, einen Rohstoff, der für die Besiedelung des Planeten notwendig ist. Was Darrow nicht weiß: Der Mars ist längst erschlossen, er und die anderen Roten sind nicht mehr als Sklaven der Goldenen, der herrschenden Oberschicht. Seine Frau Eo öffnet ihm die Augen und bezahlt mit dem Tod. Getrieben von Vergeltungssucht schleust sich Darrow in der Akademie der Goldenen ein, um seinen Feind von innen heraus zu zerstören.

Fasst man den Inhalt des ersten Bands von Red Rising zusammen, riecht es förmlich nach Dystopie und origineller Gesellschaftskritik. Und tatsächlich beginnt der Roman ungemein packend, die unbarmherzige Hitze des Planeten springt den Leser förmlich an. Mit Darrows Eintritt in die Akademie jedoch kippt das Szenario, weicht eine vermeintlich zu Tieferem bestimmte Handlung einer bisweilen chaotisch erzählten Mixtur aus Jugendroman und Splattermärchen.

Ich habe die Lektüre noch nicht beendet, bin aber nach anfänglicher Euphorie mittlerweile verhalten skeptisch und hoffe, dass dem Sprung in die Belanglosigkeit ein erneuter Aufstieg in die Sphären ernsthafter Science-Fiction folgt. Falls nicht, bleibt der erste Teil für mich der letzte.

Das Jahr des Taschenbuchs

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