Richard Laymon: Die Insel

Richard Laymons Roman Die Insel erzählt in Tagebuchform vom Schiffbruch einer kleinen Menschengruppe, die auf einem vermeintlich verlassenen Eiland ums Überleben kämpfen muss. Wer Laymon kennt, ahnt, dass sich diese Versuchsanordnung eher in Richtung Horror als ich Richtung Abenteuer entwickelt. Warum Die Insel mein Juni-Roman im Jahr des Taschenbuchs ist, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Und ewig lockt der Skandal

Ich gebe zu, dass mich profane literarische Sensationsgier in die Feder von Richard Laymon getrieben hat. Kaum ein zeitgenössischer Autor fantastischer Literatur wird kontroverser diskutiert, nicht zuletzt aufgrund der in seinen Romanen offen zur Schau gestellten Befriedigung niedrigster Bedürfnisse. Laymon geht es nicht um Charakterstudien oder kausale Logik, sondern um maximale Schockwirkung. Sex und Gewalt bilden das Koordinatensystem, in dem er seine Figuren verortet. Diese Rechnung ging in In den finsteren Wäldern höchst unterhaltsam auf und von Die Insel erwarte ich nicht weniger.

Die Insel und die Zensur

Dies insbesondere, da der Roman in Laymons ohnehin schon umstrittenem Werk eine Sonderstellung einnimmt, weil das Buch seit 2008 lediglich in einer zensierten Übersetzung vertrieben wird. Über die genaue Natur der Zensur schweigt sich der Heyne Verlag aus, aber diese besonderen Umstände heizen den Skandal natürlich weiter an. Wer wissen möchte, ob seine Ausgabe gekürzt ist, findet in meiner Rezension die Antwort.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die Lektüre, denn wirklich gute Horrorliteratur ist mir bislang eher selten unter die Augen gekommen.
Sollte jemand von Euch Die Insel bereits gelesen haben, freue ich mich über Kommentare.

Wer mehr über das Jahr des Taschenbuchs mit dem Hastag #jdtb16 erfahren möchte, findet bei Kielfeder und Die Liebe zu den Büchern alle Informationen. Meine Übersichtsseite zum Jahr des Taschenbuchs versammelt Links zu allen thematisch relevanten Artikeln auf wilkosteffens.