Die vergangenen Kalenderwochen standen ganz im Zeichen literarischer Preisverleihungen. Neben dem etablierten Ingeborg-Bachmann-Preis wurde erstmals auch der Siegfried-Lenz-Preis vergeben. Wer jeweils bedacht wurde, lesen Sie im Folgenden.

Tex Rubinowitz

Tex Rubinowitz (Quelle: caricatura.de)

Tex Rubinowitz erhält in diesem Jahr den Bachmann-Preis

Der Cartoonist, DJ und Reiseschriftsteller Tex Rubinowitz wird in diesem Jahr mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Gegen seine Mitbewerber durchsetzen konnte er sich mit seinem Text Wir waren niemals hier.

Der Bachmann-Preis wird seit 1976 von der Stadt Klagenfurt gestiftet und während der Veranstaltung ‚Tage der Literatur‘ verliehen. Im Voraus ausgewählte Schriftstellerinnen und Schriftsteller treten in einem dreitägigen Lesemarathon gegeneinander an und präsentieren in einem zeitlichen Rahmen von jeweils 25 Minuten bislang unveröffentlichte Texte. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. Für Burkhard Spinnen, seit 2006 Jury-Vorsitzender der Verleihung, war dies die letzte Runde: Er erklärte seinen Ausstieg aus dem Wettbewerb.

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Siegfried-Lenz-Preis wird erstmalig verliehen und geht an Amos Oz

Amos Oz

Amos Oz (Quelle: theworldpoliticalforum.net)

Mit dem Siegfried-Lenz-Preis wird die Landschaft literarischer Auszeichnungen um ein Schwergewicht reicher. 50.000 Euro Preisgeld winken den Preisträgern, erster in der Riege ist in diesem Jahr der israelische Schriftsteller Amoz Oz, dessen Romane, Erzählungen und Kinderbücher sich auch hierzulande großer Beliebtheit erfreuen. Der Preis wird von der noch relativ jungen Siegfried-Lenz-Stiftung vergeben, die es sich, so der Wortlaut der Pressemeldung von Hoffmann und Campe, damit zur Aufgabe gemacht hat,

internationale Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die mit ihrem erzählerischen Werk Anerkennung erlangt haben und deren schöpferisches Wirken dem Geist Siegfried Lenz‘ nah ist

auszuzeichnen.

Die Entscheidung birgt in diesem Zusammenhang ohne Zweifel auch eine politische Dimension, trat Oz doch in der Vergangenheit immer wieder für die Zwei-Staaten-Lösung im Nahostkonflikt ein, der kürzlich aufgrund der Tötung eines palästinensischen Jugendlichen durch jüdische Siedler einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht hat.

Verliehen wird der Siegfried-Lenz-Preis im November in Hamburg.