Einige Neuigkeiten haben in Form eigener Artikel bereits den Weg auf dieses Portal gefunden, so z.B. die Fusion zwischen Bertelsmann und Pearson und ein Grußwort zu Franz Kafkas 130. Geburtstag am 3. Juli. Da aber in den letzten drei Wochen mehr los war im bunten Blätterwald, folgen die wichtigsten literarischen Ereignisse der jüngsten Vergangenheit.

Ingeborg-Bachmann-Preis für Katja Petrowskaja

Katja Petrowskaja erhält Ingeborg-Bachmann-Preis 2013

Katja Petrowskaja erhält 2013 den Ingeborg-Bachmann-Preis (Quelle: derstandard.at)

Die Berliner Autorin Katja Petrowskaja wird in diesem Jahr mit dem renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis geehrt. Ausschlaggebend für die Jury war ihr Text Vielleicht Esther, der die Geschichte einer Großmutter im von den Nazis besetzten Kiew erzählt.

Der Bachmann-Preis wird seit 1977 jährlich von der Stadt Klagenfurt verliehen und gilt als einer der wichtigsten Literaturpreise in deutschsprachigen Raum. Die kürzlichen Überlegungen des ORF, aufgrund von Sparmaßnahmen ab 2014 auszusteigen, wurden von Generaldirektor Alexander Wrabetz unterdessen dementiert: Mögliche fehlende Gelder, so hieß es, sollen von Sponsoren übernommen werden.

Günter Grass und Willy Brandt – Die unendliche Geschichte

Günter Grass und Willy Brandt

Günter Grass und Willy Brandt (Quelle: welt.de)

2013 ist der Briefwechsel zwischen Günter Grass und Willy Brandt im Göttinger Steidl Verlag erschienen. Um genau diese Korrespondenz ging es am 26. Juni im Berliner Willy-Brandt-Haus, der SPD-Parteizentrale. Die Protagonisten: Literaturnobelpreisträger und Blechtrommer Günter Grass und der aktuelle Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten, Peer Steinbrück. Flankiert wurde das Gespräch von der Lesung ausgewählter Briefpassagen, die Grass ganz in seinem Element zeigten: Als angriffslustigen Kritiker mit teilweise beachtlichem politischen Weitblick, aber auch als unverbesserlichen Egozentriker, der alleinigen Anspruch erhebt auf die absolute Wahrheit. Immerhin: Er mischt sich noch immer ein in die Politik, mal mehr mal weniger überzeugend.

Richard Matheson gestorben

Richard Matheson

Richard Matheson (Quelle: wikipedia.de)

Der amerikanische Autor Richard Matheson ist am 23. Juni 2013 im Alter von 87 Jahren gestorben. Matheson gilt als einflussreicher Pionier der literarischen Phantastik, allein seine Erzählung I am Legend wurde mehrfach verfilmt. Im Verlauf seiner Karriere widmete er sich zunehmend dem Schreiben von Drehbüchern: So stammen die Dialoge aus Stephen Spielbergs Erstling Duell ebenso aus seiner Feder wie zahlreiche Adaptionen der Werke Edgar Allen Poes für Roger Corman. Dem Film Hinter dem Horizont stand sein Roman Das Ende ist nur der Anfang Pate. Während das Buch sich intensiv mit den Jenseitsvorstellungen ganz verschiedener Kulturen sowie Religionen auseinandersetzt, kann der Hollywood-Blockbuster mit Robin Williams in der Hauptrolle zwar mit einer visuell beeindruckenden Welt überzeugen, kommt handlungstechnisch aber nicht über eine eher kitschige Liebesgeschichte hinaus.