Zugegeben, ich bin ein paar Tage zu spät mit meinem April-Kaufbericht und zugegeben, er ist nicht besonders lang, aber der Wille zählt. Ganz besonders in diesem Fall, denn meine Wahl im letzten Monat fiel auf Anaïs Nins Skandalbändchen Das Delta der Venus. Kurz und schlecht: Das Buch ist in etwa so anregend wie ein um alle Sexszenen erleichterter Pornofilm.

Eine große Enttäuschung also, vor allem deshalb, weil ich mir sehr viel mehr versprochen hatte. Vor einigen Jahren habe ich zeitweise alles gelesen, was mir von Henry Miller unter die Augen kam und wer sich mit Miller beschäftigt, stößt zwangsweise auch auf Nin. Daher bot sie sich als Kandidatin für das Jahr des Taschenbuchs an.

Sicherlich, Das Delta der Venus ist eine Sammlung von pornographischen Auftragsarbeiten und muss auch vor diesem Hintergrund gelesen werden. Poetizität sucht man allerdings vergebens, das Buch ist ein einziges Panoptikum unmotivierten Geschlechtsverkehrs, dessen Stumpfheit selbst den Dampfhammer-Humor von Mieses Karma subtil wirken lässt. Demnach: Finger weg davon. Vielleicht sind ihre Romane besser, mir jedenfalls ist vorerst die Lust darauf vergangen.

Wer mehr über die Aktion hinter dem Hashtag #jdtb16 erfahren möchte, findet bei Kielfeder und Die Liebe zu den Büchern alle Informationen. Meine Übersichtsseite zum Jahr des Taschenbuchs versammelt Links zu den thematisch relevanten Artikeln auf wilkosteffens.de.