Cormac McCarthy: Der Feldhüter

Jetzt nähert sich bereits das Ende des Februars im Jahr des Taschenbuchs und ich hatte eigentlich geplant, meinen Beitrag für diesen Monat sehr viel früher fertigzustellen. Dazwischengekommen ist mir schlicht und ergreifend Frank Herberts Science Fiction-Epos Der Wüstenplanet, das mich – Jahre nach der ersten Lektüre – einmal mehr vereinnahmt hat.

Mit von Melange und Wüstensand befreitem Kopf kann ich nun aber sagen: Mein Taschenbuch des Monats ist Cormac McCarthys Der Feldhüter.

Der letzte wird der erste sein

Die Gründe für meine Wahl sind vielfältig. Zunächst einmal ist es die ungewöhnliche Publikationsgeschichte des Romans, der in Amerika bereits 1965 als McCarthys Debüt erschien. Die deutsche Übersetzung hingegen entstand mehr als 50 Jahre später, sie wurde im laufenden Jahr erstaufgelegt, besorgt von Nikolaus Stingl. Da Der Feldhüter gar nicht als Hardcover verfügbar ist, eignet er sich natürlich hervorragend als Beitrag zur Bloggeraktion.

Ein ungeschliffener Diamant

Darüber hinaus empfinde ich es immer als Glücksfall, wenn sich unverhofft die Möglichkeit einstellt, die literarischen Anfänge eines Autors von Weltrang zu erkunden. Sicherlich ist in diesem Falle noch nicht alles rund, vielmehr gleicht Der Feldhüter in seiner Ungeschliffenheit der Landschaft, die er beschreibt, sowie den Personen,  die sie bevölkern. Dennoch ist schon hier alles versammelt, was McCarthys Welt ausmacht: Einsame Männer, knappe Dialoge, Trostlosigkeit und das melancholische Bewusstsein von der Vergänglichkeit alles Seienden. Faszinierend ist das Buch allemal; auch und vielleicht gerade aufgrund seiner sichtbaren Nahtstellen. Hier geht es zur ausführlichen Rezension vom Feldhüter.

No country for old men like McCarthy

Cormac McCarthy gehört zu den großen zeitgenössischen Autoren Amerikas, denen in Deutschland nie die ihnen gebührende Anerkennung zuteilwurde. Frei nach einem seiner bekanntesten Werke könnte man sagen, dass Deutschland eben kein Land für alte Männer wie McCarthy ist, deren literarische Welten vor allen Dingen karg und gewalttätig sind. Das sollte sich allein schon aufgrund der sprachlichen Brillanz seiner Romane ändern und daher bleibt zuletzt zu hoffen, dass die lang überfällige Übersetzung seines Erstlings ihren Teil dazu beitragen wird.

Wollt Ihr mehr über die Bloggeraktion erfahren? Dann schaut Euch am besten bei Kielfeder oder Die Liebe zu den Büchern um. Auf meiner Übersichtsseite zum Jahr des Taschenbuchs findet Ihr Links zu allen diesbezüglichen Artikeln auf wilkosteffens.de.