Wilko Steffens

Mein Literaturblog: Alles rund ums Gedruckte

Kategorie: Zitat der Woche

Zitat der Woche | Johnson, Grass: „Der Briefwechsel“

Uwe Johnson, Anna Grass, Günter Grass: Der Briefwechsel

Zwei Pfeifen(freunde) unter sich: Uwe Johnson und Günter Grass im Dialog.

Lieber Günter,

Einmal warst du recht besorgt mir zu erklären wie ohne dein Dazuwollen eine Zeitung deine Meinung druckte über meinen Satzzeichenschwund.

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Zitat der Woche | Fjodor Dostojewski: „Die Brüder Karamasoff“

Fjodor M. Dostojewski: Die Brüder Karamasoff

Leider pflegt die Wahrheit fast immer wenig geistreich zu sein.

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Zitat der Woche | Stephen King: „Wolfsmond“

Stephen King: Wolfsmond

Tian war mit drei Feldern gesegnet (obwohl nur wenige Farmer ein solches Wort verwendet hätten): mit dem Flussfeld, auf dem seine Familie seit undenklichen Zeiten Reis anbaute; dem Straßenfeld, auf dem die Ka-Jaffords seit ebenso vielen Jahren und Generationen Scharfwurzel, Kürbis und Mais angebaut hatten; und dem Scheißfeld, einem undankbaren Stück Land, das hauptsächlich Felsbrocken, Blasen und enttäuschte Hoffnungen hervorbrachte.

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Zitat der Woche | Ann Cotten: „Verbannt!“

Ann Cotten: Verbannt!

Und in der Tat, warum sollte jemand das lesen?

Die Handlung – nach Inger Christensen – gibt es,

doch nur als Untergrund für dieses Reimewesen,

das die Handlung begleitet wie ein Striptease.

Und über weite dunkle Stellen wippt es,

unsicher, nur so rum und wartet auf den Plot,

der aber, wie im Lehnstuhl ein alter Lokalgott,

sich ziert, weil er noch ein bisschen mehr Striptease sehen

möchte, immer noch hoffend, dass die Hemmungen vergehen.

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Zitat der Woche | Marcel stößt auf die Wirklichkeit

Bei der Trauungszeremonie sah ich auf einmal, als der Küster etwas zur Seite rückte, in einer Kapelle eine blonde Dame sitzen mit großer Nase, blauen, durchdringenden Augen, einer wallenden Krawatte aus malvenfarbener, glatter, neuer, glänzender Seide und einem kleinen Pickel im Nasenwinkel. […] es war die Herzogin [von Guermantes, W.S.] selbst! Meine Enttäuschung darüber war groß. (254-255)

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Zitat der Woche | Gesine Cresspahl geht ins Kino

Das heutige Zitat stammt, passend zum Tag der deutschen Einheit, aus Uwe Johnsons Roman Jahrestage, in dessen viertem Band u.a. die Beziehung der Hauptfigur Gesine Cresspahl zu ihrem Mitschüler Pius Pagenkopf thematisiert wird. Dort heißt es im Eintrag vom 20. Juli 1968:

Wenn zwei längst ein Paar sind, gehen sie ins Kino je nach dem Vorrat an Geld und ob ihnen der Film gefällt; wenn zwei noch lange kein Paar sind, muß einer dem anderen den Eintritt spendieren und innerhalb von neunzig Minuten mühsam ausprobieren, ob sie denn eins werden könnten. (S. 1420)

Diese Sätze enthalten nicht nur viel Wahrheit, sie stehen auch sinnbildlich für die oft ironisch gefärbte Perspektive des Textes. 2014 ist Johnson-Jahr: Der 1934 geborene Autor wäre 80 Jahre alt geworden und ist genau vor 30 Jahren, nämlich 1984, gestorben. Eine bessere Gelegenheit, sich die Jahrestage einmal oder erneut vorzunehmen, gibt es doch nicht, oder was meinen Sie?

Zitat der Woche | Daniel Pagenstecher („Zettel’s Traum“) über Kunst

Arno Schmidt Zettel's Traum

Arno Schmidt Zettel’s Traum (Quelle: zettels-traum-lesen.de)

Zettel’s Traum, das opum magnus Arno Schmidts, beschreibt einen Tag des Jahres 1968, an welchem der Intellektuelle Daniel Pagenstecher zusammen mit dem befreundeten Übersetzerehepaar Paul und Wilma Jakobi nebst deren Tochter Franziska einen Spaziergang durch die Lüneburger Heide unternimmt. Äußerlich und formal stark an James Joyce Ulysses orientiert, dessen erzählte Zeit ebenfalls die Spanne eines einzigen Tages umfasst, geht es im Text Schmidts vor allen Dingen um die sogenannte ETYM-Theorie. Mit deren Hilfe möchte Pagenstecher der im Werden befindlichen Neuübersetzung der Werke Edgar Allan Poes durch Paul und Wilma ein innovatives Moment hinzufügen.

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Zitat der Woche | Don Quixote über Poesie und Wissenschaft

Don Quixote

Don Quixote (Quelle: http://renderingtheelanvital.files.wordpress.com/)

Dass Don Quixote unter einem ganz und gar eigentümlichen Unvermögen leidet, Realität und Fiktion auseinanderzuhalten, ist hinlänglich bekannt, es macht aber nur einen Teil des literarischen Reizes der berühmten Figur Miguel de Cervantes Saavedras aus. Der Roman ist nämlich darüber hinaus ein faszinierender poetologischer Schlagabtausch, ausgetragen  vom bunt gemischten Figurenpersonal.

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