Wilko Steffens

Mein Literaturblog: Alles rund ums Gedruckte

Kategorie: Rezensionen (Seite 1 von 6)

Die Entzauberung des Faubourg Saint-Germain: „Guermantes“ von Marcel Proust

Marcel Proust: Guermantes

Guermantes ist der dritte Teil des proustschen Romanzyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Er führt Marcel tief hinein in die Welt des Pariser Hochadels und arbeitet sich wie schon Unterwegs zu Swann und Im Schatten junger Mädchenblüte an den vielfältigen Widersprüchen zwischen Phantasie und Realität ab. Philosophisch fügt er diesem Thema nicht viel Neues hinzu, auf sprachlich-kompositorischer, emotionaler und gesellschaftssatirischer Ebene entwickelt Guermantes jedoch eine unvergleichliche Wucht.

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Für Freunde blutiger Steaks: Cody McFadyens „Die Blutlinie“

Cody McFadyen: Die Blutlinie

Auf fünf Bücher hat es Cody McFadyens Reihe um FBI-Agentin Smoky Barrett inzwischen gebracht, das jüngste ist in diesem Jahr erschienen. Ein guter Zeitpunkt also, um sich dem ersten Band Die Blutlinie zu widmen.

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Martin Luther als Medienrevolutionär: Zu Kaufmanns „Erlöste und Verdammte“

Thomas Kaufmann: Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation

Bevor man sich Thomas Kaufmanns neuestem Reformationsbuch zuwendet, sollte man sich zweier Dinge bewusst sein: Erstens ist Erlöste und Verdammte keine Biographie Martin Luthers und zweitens richtet sich der Text an ein akademisches Publikum. Kann man sich damit arrangieren, ist Eine Geschichte der Reformation, so der Untertitel, eine lohnende Lektüre, die vor allem im letzten Drittel überzeugt.

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Licht und Schatten: Zu Ingo Schulzes „Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst.“

Ingo Schulze: Peter Holtz

Hier halten sich Licht und Schatten die Waage: „Peter Holtz“ von Ingo Schulze.

In Peter Holtz lässt Ingo Schulze einen modernen Simplicissimus aus seinem eigenen Leben erzählen, genauer: aus den Jahren zwischen 1974 und 1998. Aufgewachsen und indoktriniert in der DDR, vermag kein noch so augenfälliges Beispiel für die Korruption und Brüchigkeit  des Systems seinen Glauben an die sozialistische Revolution zu erschüttern.

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Indien als Lebens(t)raum: Das Ministerium des äussersten Glücks

Arundhati Roy: Das Ministerium des äussersten Glücks

In Das Ministerium des äussersten Glücks nimmt Arundhati Roy die Leser mit auf eine verstörende Reise nach Indien und Kaschmir. Zunächst begegnen wir Anjum, die früher Aftab hieß, sich als Transgender jedoch einer Kommune Hijras anschließt und schließlich auf einen Friedhof zieht, um dort ein Zentrum für all diejenigen zu eröffnen, die in der indischen Gesellschaft keinen Platz finden. Dann ist da S. Tilomatta, genannt Tilo, die an der Sternenwarte in Dheli ein mutterloses Baby mitnimmt. Umworben und unterstützt wird sie von ihren Studienfreunden, dem Regierungsmitarbeiter Biplab Dasgupta, dem Revolutionär Musa und dem Journalisten Naga. Sie alle verbindet die Suche nach einem Platz in der komplexen indischen Gesellschaft.

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David Copperfield – Vom Waisenkind zum Schriftsteller

Charles Dickens: David Copperfield

David Copperfield gilt nicht nur der interessierten Leserschaft als Meilenstein der Literaturgeschichte, auch Charles Dickens selbst bezeichnete den Text als sein „favourite child“, als sein liebstes Kind. Der Bildungsroman ist deshalb von zeitloser Schönheit, weil seine hochkomplexe Erzählstruktur von der Menschlichkeit seiner Figuren getragen wird und nicht umgekehrt.

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Von Superviren und Vampiren: Justin Cronins „Der Übergang“

Justin Cronin: Der Übergang

Man nehme einen gleichermaßen genialen wie skrupellosen Wissenschaftler und ein waffenfähiges Supervirus, das aus den Infizierten übermenschliche Bestien mit unstillbarem Blutdurst macht: Fertig ist die massenkompatible Vampir-Apokalypse. Justin Cronins Der Übergang ist ein durchaus ehrgeiziges Projekt, dem jedoch signifikante handwerkliche Mängel einen Pflock durchs Herz treiben.

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Von Phantasie und Realität: Im Schatten junger Mädchenblüte

Marcel Proust: Im Schatten junger Mädchenblüte

Subjektivität und Wahrheit

Im Schatten junger Mädchenblüte schließt nahtlos an den grandiosen ersten Band von Auf der Suche nach der verlorenen Zeit an. Der Roman beginnt mit der Schilderung der Leidenschaft Marcels für Swanns Tochter Gilberte. Seine Liebe spiegelt augenscheinlich diejenige Swanns zu Odette: Sie ist bestimmt von Sehnsüchten und Phantasien, die Marcel auf Gilberte projiziert, die aber in der Realität keine Entsprechung finden. Mag diese strukturelle Wiederholung im ersten Moment irritieren, verweist sie doch auf ein zentrales Thema des Romanzyklus: Auf die Unmöglichkeit, das Innere anderer Menschen zu erfassen und damit – vom Einzelfall abstrahiert – auf die Unabschließbarkeit einer Suche nach objektiver Wahrheit.

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Pierce Browns „Red Rising“-Trilogie: Übersicht und erzählte Welt

Pierce Brown: Red Rising-Trilogie

Die Red Rising-Trilogie ist derzeit in aller Munde. Glaubt man den fast durchweg positiven Rezensionen, hat Pierce Brown mit seinem Zyklus einen neuen Klassiker der Science-Fiction-Literatur vorgelegt, der selbst den Vergleich mit den Meilensteinen des Genres nicht zu fürchten braucht. Der folgende Artikel versteht sich als Übersicht über Handlung und erzählte Welt und verweist auf vertiefende Besprechungen. Er wird regelmäßig aktualisiert und erweitert. Einige Vorwegnahmen in der Zusammenfassung der einzelnen Bände waren unvermeidbar: Wer sich den Texten unvoreingenommen nähern will, sollte daher die Abschnitte über Band 1 -3 überspringen.

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„Red Rising: Tag der Entscheidung“ – Für das Universum

 

Pierce Brown: Red Rising - Tag der Entscheidung

Mit Red Rising: Tag der Entscheidung schließt Pierce Brown seine fulminante Science-Fiction-Trilogie ab und treibt die Gigantomanie auf die Spitze, denn es geht um nichts Geringeres als um die Herrschaft über das gesamte Universum. Trotz epischer Raumschlachten und brutaler Zweikämpfe gerät der dritte Band zum politisch aktuellsten der Reihe.

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