Wilko Steffens

Mein Literaturblog: Alles rund ums Gedruckte

Kategorie: Rezensionen (Seite 1 von 6)

Von Superviren und Vampiren: Justin Cronins „Der Übergang“

Justin Cronin: Der Übergang

Man nehme einen gleichermaßen genialen wie skrupellosen Wissenschaftler und ein waffenfähiges Supervirus, das aus den Infizierten übermenschliche Bestien mit unstillbarem Blutdurst macht: Fertig ist die massenkompatible Vampir-Apokalypse. Justin Cronins Der Übergang ist ein durchaus ehrgeiziges Projekt, dem jedoch signifikante handwerkliche Mängel einen Pflock durchs Herz treiben.

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Von Phantasie und Realität: Im Schatten junger Mädchenblüte

Marcel Proust: Im Schatten junger Mädchenblüte

Subjektivität und Wahrheit

Im Schatten junger Mädchenblüte schließt nahtlos an den grandiosen ersten Band von Auf der Suche nach der verlorenen Zeit an. Der Roman beginnt mit der Schilderung der Leidenschaft Marcels für Swanns Tochter Gilberte. Seine Liebe spiegelt augenscheinlich diejenige Swanns zu Odette: Sie ist bestimmt von Sehnsüchten und Phantasien, die Marcel auf Gilberte projiziert, die aber in der Realität keine Entsprechung finden. Mag diese strukturelle Wiederholung im ersten Moment irritieren, verweist sie doch auf ein zentrales Thema des Romanzyklus: Auf die Unmöglichkeit, das Innere anderer Menschen zu erfassen und damit – vom Einzelfall abstrahiert – auf die Unabschließbarkeit einer Suche nach objektiver Wahrheit.

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Pierce Browns „Red Rising“-Trilogie: Übersicht und erzählte Welt

Pierce Brown: Red Rising-Trilogie

Die Red Rising-Trilogie ist derzeit in aller Munde. Glaubt man den fast durchweg positiven Rezensionen, hat Pierce Brown mit seinem Zyklus einen neuen Klassiker der Science-Fiction-Literatur vorgelegt, der selbst den Vergleich mit den Meilensteinen des Genres nicht zu fürchten braucht. Der folgende Artikel versteht sich als Übersicht über Handlung und erzählte Welt und verweist auf vertiefende Besprechungen. Er wird regelmäßig aktualisiert und erweitert. Einige Vorwegnahmen in der Zusammenfassung der einzelnen Bände waren unvermeidbar: Wer sich den Texten unvoreingenommen nähern will, sollte daher die Abschnitte über Band 1 -3 überspringen.

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„Red Rising: Tag der Entscheidung“ – Für das Universum

 

Pierce Brown: Red Rising - Tag der Entscheidung

Mit Red Rising: Tag der Entscheidung schließt Pierce Brown seine fulminante Science-Fiction-Trilogie ab und treibt die Gigantomanie auf die Spitze, denn es geht um nichts Geringeres als um die Herrschaft über das gesamte Universum. Trotz epischer Raumschlachten und brutaler Zweikämpfe gerät der dritte Band zum politisch aktuellsten der Reihe.

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„Red Rising: Im Haus der Feinde“: Taktik und Täuschung

Pierce Brown: Red Rising - Im Haus der Feinde

Red Rising: Im Haus der Feinde knüpft inhaltlich wie erzählerisch an seinen Vorgänger an. Auch dieser Teil ist ein packendes Science-Fiction-Märchen, hat dabei aber leider mit denselben Problemen zu kämpfen wie der Auftakt des Epos.

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Der Mars macht mobil: Pierce Browns „Red Rising“

Pierce Brown: Red Rising

Red Rising bildet den Auftakt einer Science-Fiction-Trilogie, die selbst in seriösen Feuilletons in den Status eines modernen Klassikers gehoben wird. Tatsächlich ist der erste Band trotz einiger erzählerischer Schwächen spannend und äußerst temporeich.

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Meine Bücher des Jahres 2016

Bücher des Jahres 2016

2016 neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu. Unzweifelhaft war es ein schwieriges Jahr, dessen Langzeitfolgen noch nicht absehbar sind. Literarisch gesehen werde ich es allerdings in positiver Erinnerung behalten, war es für mich doch ein Jahr der Neuentdeckungen. Viele davon verdanke ich der Bloggeraktion Jahr des Taschenbuchs, die mich dazu gebracht hat, regelmäßig Bücher zu kaufen und mich dabei auch mal abseits meiner gewohnten Gefilde zu bewegen. Nicht alle Käufe waren glücklich, aber einen Großteil empfinde ich als ausgesprochene Bereicherung. Umso schwerer ist mir daher die Wahl der besten Bücher des Jahres 2016 gefallen. Im Folgenden stelle ich Euch meine persönliche Top-5 vor. Sie folgt keiner hierarchischen Ordnung und kaum ein Buch ist in diesem Jahr erschienen.

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Marcels Suche nach der verlorenen Zeit: Unterwegs zu Swann

Marcel Proust: Unterwegs zu Swann

Wie nähert man sich einem Buch, das wie ein Monolith aus der Geschichte der Weltliteratur herausragt? Einem Buch mithin, dessen beinahe sakraler Status einem zuzuflüstern scheint: Versuche es gar nicht erst, an mir sind ganz andere geistige Kaliber gescheitert, Du wirst mich nicht begreifen? Ganz einfach: Lesend. Nur gelesene Literatur ist lebendige Literatur, auch Marcel Proust hat für und nicht gegen seine Leserschaft geschrieben. Und tatsächlich: Schon nach den ersten Seiten von Unterwegs zu Swann stellt man fest, dass falsche Ehrfurcht fehl am Platze ist. Was man für den wunderbaren Romanzyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit in erster Linie braucht, ist Zeit selbst.

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Das Spiel – Opfer: Stumpf, aber spannend

Jeff Menapace: Das Spiel - Opfer

Subtil wie Slayer, lebensbejahend wie die frühen Darkthrone, dramaturgisch ausgefeilt wie das Werk des Marquis de Sade: Jeff Menapaces Das Spiel – Opfer ist ein literarischer Totalschaden. Lesen kann man es dennoch, denn es hat durchaus seine spannenden Momente.

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„Brennen muß Salem“ | Ein Fest für Freunde klassischer Schauerliteratur

Stephen King: Brennen muß Salem

Herzlich Willkommen im Jahr 1975, in einer Zeit, in der Vampire noch keinen Sinn für Romantik hatten und erst Recht nicht auf die Idee kamen, im Sonnenlicht zu glitzern. Herzlich Willkommen in einer Stadt namens Jerusalem‘s Lot, die von einem unheimlichen Gebäude mit einer nicht minder unheimlichen Geschichte dominiert wird. Brennen muß Salem, Stephen Kings Zweitling, steht in direkter und unverblümter Tradition des Schauerromans: Die Handlung ist einer literarischen Laterna Magica vergleichbar, die von verfluchten Gemäuern bis hin zu verfluchten Untoten kaum ein klassisches Gruselmotiv auslässt. Das kann man altbacken finden, es hat aber auch über 40 Jahre nach Entstehung des Buches einen unvergleichlichen Charme.

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