Ursula Krechel erhält den Deutschen Buchpreis 2012

Ursula Krechel erhält den Deutschen Buchpreis 2012 (Quelle: welt.de)

Der deutsche Buchpreis wird jedes Jahr anlässlich der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse (9. bis 13. Oktober 2013) durch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels verliehen. 2012 ging er an die Schriftstellerin Ursula Krechel, die für ihren Roman Landgericht ausgezeichnet wurde. Heute nun hat die Jury die Longlist für das laufende Jahr bekanntgegeben und eines scheint jetzt schon sicher: Themen der nominierten Werke sind weniger geschichtliche Aufarbeitungen im großen Stil, sondern, so der Jurysprecher Helmut Böttiger auf der Internetpräsenz des Deutschen Buchpreises:

individuelle Schreibweisen. Das birgt viele Überraschungen. Die Literatur ist ein hochempfindlicher Seismograph für gesellschaftliche Entwicklungen, das wird an einigen herausragenden Titeln der diesjährigen Auswahl besonders deutlich. Auffällig ist, dass sich die Konflikte offenkundig im engsten persönlichen Umfeld zuspitzen, in familiären Konstellationen, die immer weniger Halt zu bieten scheinen. Es gibt daneben aber auch neue Perspektiven und Reaktionen auf unmittelbare zeitgeschichtliche Erfahrungen.

Jung gegen Alt

Nominiert sind neben bereits sehr erfolgreichen Schriftstellern älterer Semester wie Reinhard Jirgl, Uwe Timm und Urs Widmer auch Vertreter der jüngeren Autorengeneration, darunter Daniel Kehlmann, Thomas Stangl und Dagmar Leupold. Es folgt die vollständige Liste der um den Deutschen Buchpreis 2013 konkurrierenden Romane in alphabetischer Reihenfolge:

• Mirko Bonné: Nie mehr Nacht (Schöffling & Co., August 2013)

• Ralph Dutli: Soutines letzte Fahrt (Wallstein, März 2013)

• Thomas Glavinic: Das größere Wunder (Hanser, August 2013)

• Norbert Gstrein: Eine Ahnung vom Anfang (Hanser, Mai 2013)

• Reinhard Jirgl: Nichts von euch auf Erden (Hanser, Februar 2013)

• Daniel Kehlmann: F (Rowohlt, September 2013)

• Judith Kuckart: Wünsche (DuMont, März 2013)

• Olaf Kühl: Der wahre Sohn (Rowohlt.Berlin, September 2013)

• Dagmar Leupold: Unter der Hand (Jung und Jung, Juli 2013)

• Jonas Lüscher: Frühling der Barbaren (C. H. Beck, Januar 2013)

• Clemens Meyer: Im Stein (S. Fischer, August 2013)

• Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (Kiepenheuer & Witsch, Februar 2013)

• Terézia Mora: Das Ungeheuer (Luchterhand, September 2013)

• Marion Poschmann: Die Sonnenposition (Suhrkamp, August 2013)

• Thomas Stangl: Regeln des Tanzes (Droschl, September 2013)

• Jens Steiner: Carambole (Dörlemann, August 2013)

• Uwe Timm: Vogelweide (Kiepenheuer & Witsch, August 2013)

• Nellja Veremej: Berlin liegt im Osten (Jung und Jung, Februar 2013)

• Urs Widmer: Reise an den Rand des Universums (Diogenes, August 2013)

• Monika Zeiner: Die Ordnung der Sterne über Como (Blumenbar, März 2013)

Das Selektionsverfahren des Deutschen Buchpreises 2013

Die Jurymitglieder haben in den vergangenen Monaten mehr als 200 Titel beurteilt, deren tertium comparationis im Erscheinungszeitraum liegt: Die zur Wahl stehenden Werke müssen zwischen dem Oktober 2012 und dem 11. September 2013 erschienen sein oder noch erscheinen.

In einem zweiten Schritt wird die Longlist am 11. September auf die Shortlist verkürzt, deren sechs Titel dann um den medienwirksamen Preis konkurrieren. Der Gewinner erhält 25.000 Euro Preisgeld, die übrigen Finalisten 2.500 Euro.