Wilko Steffens

Mein Literaturblog: Alles rund ums Gedruckte

Wilko Steffens: Mein Literaturblog

„Ein Ring, sie zu knechten“ – Zu Tolkiens „Der Herr der Ringe“

J. R. R. Tolkien: Der Herr der Ringe

Tolkiens Der Herr der Ringe ist der Archetypus all dessen, was heutzutage unter der Bezeichnung High Fantasy firmiert. Er erzählt von der geheimnisvollen Welt Mittelerde, von einem gefährlichen Ring und vom verzweifelten Versuch einer Gruppe ungleicher Gefährten, diesen Ring zu vernichten.

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Bewege Dich, wenn es nicht zum Weinen reicht

Terézia Mora: Die Liebe unter Aliens

Zehn Prosaminiaturen versammelt Terézia Moras Band Die Liebe unter Aliens. In lakonisch-unwiderstehlichem Stil erzählt die Autorin von Figuren im gesellschaftlichen Abseits, die permanent unterwegs sind; laufend, tanzend, spazierend. Die Anthologie ist vor allem deshalb so beeindruckend, weil das in all seiner Alltäglichkeit fast beiläufig in den Blick genommene Unglück dennoch Raum für Hoffnung lässt.

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Böse neue Welt – Zu Sebastian Fitzeks „Das Joshua Profil“

Sebastian Fitzek - Das Joshua Profil

Ausgerechnet Denis Scheck hat mich Sebastian Fitzek in die Arme getrieben. In „Druckfrisch“ verreißt er dessen Bücher regelmäßig auf derart ungezügelte Weise, dass in mir die Sensationsgier erwacht ist: Ich wollte wissen, was es mit dieser Antipathie auf sich hat und habe deshalb zu Das Joshua Profil gegriffen.

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Ein Schelm, der auszog, unsterblich zur werden

Daniel Kehlmann: Tyll

Ist weit mehr als eine moderne Variante des „Simplicissimus“: „Tyll“ von Daniel Kehlmann

Literaturhistorisch war der Dreißigjährige Krieg bislang besetztes Terrain. Zu übermächtig erschien der Einfluss des Simplicissimus. Dass Daniel Kehlmann seinen Tyll in diese Zeit verlegt, zeugt von Selbstbewusstsein. Für uns Leser ist das Buch ein außergewöhnlich großes Glück.

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Sinnlos in den Wald rasen

Kazuo Ishiguro: Die Ungetrösteten

Sticht selbst aus Ishiguros beeindruckendem Werk hervor: „Die Ungetrösteten“.

War man bereits gut beraten, den Worten des Butlers Stevens nicht blind zu trauen, entwirft Kazuo Ishiguro in Die Ungetrösteten eine vollkommen aus den Fugen geratene Welt. Hier ist nun wirklich alles höchst unsicher, hier wird das Lächerliche zum Absoluten erhoben, hier gibt es keine Aktion, lediglich Reaktion.

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Warum müssen Sie sich nur immer so verstellen? Zu Ishiguros Roman „Was vom Tage übrig blieb“

Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb

Was vom Tage übrig blieb erzählt die Geschichte des betagten Butlers Stevens, der auf Darlington Hall lebt und arbeitet. Nach dem Tod seines langjährigen Herrn Lord Darlington unternimmt er eine mehrtägige Reise durch England. Ziel seiner Fahrt ist Cornwall, wo er seine ehemalige Kollegin Miss Kenton treffen möchte, um sie zu einer Rückkehr nach Darlington Hall zu ermuntern. Anders als geplant löst der Ausbruch aus der vertrauten Umwelt in Stevens eine Auseinandersetzung mit seiner eigenen Vergangenheit aus, die eklatante persönliche und politische Verfehlungen zutage fördert.

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Meine Bücher des Jahres 2017

Bücher des Jahres 2017

Meine Bücher des Jahres 2017

In literarischer Hinsicht war 2017 ein sehr gutes Jahr für mich. Ich habe Stephen Kings Saga vom Dunklen Turm abgeschlossen. Darüber hinaus bin ich recht gut vorangekommen mit meinem Vorhaben, endlich Auf der Suche nach der verlorenen Zeit komplett zu lesen. Nicht zuletzt hat mir Thomas Hofmanns Erlöste und Verdammte Martin Luther und die Reformation nähergebracht; daran war, ich gebe es zu, v.a. das 500. Reformationsjubiläum schuld.

Allerdings trage ich dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt einen beträchtlichen Stapel ungelesener Bücher vor mir her und ich habe es nicht geschafft, auch nur einen Bruchteil meiner Lektüren auf diesem Blog zu besprechen. Das stresst mich bisweilen, weil es mir vor Augen führt, wie viele interessante Werke es gibt, die ich niemals werde lesen und kommentieren können. Ich bin daher auch immer wieder überrascht, dass es einigen Bloggern gelingt, sich durch alle Long- und Shortlists hindurchzuarbeiten. Das würde ich auch gerne, es wird aber ein vollkommen unrealistisches Begehren bleiben.

Hier sind meine fünf Bücher des Jahres 2017. Wie auch schon im Vorjahr, folgt die Aufzählung keiner Hierarchie und nicht alle Werke sind tatsächlich im auslaufenden Jahr erschienen:

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Die Entzauberung des Faubourg Saint-Germain: „Guermantes“ von Marcel Proust

Marcel Proust: Guermantes

Guermantes ist der dritte Teil des proustschen Romanzyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Er führt Marcel tief hinein in die Welt des Pariser Hochadels und arbeitet sich wie schon Unterwegs zu Swann und Im Schatten junger Mädchenblüte an den vielfältigen Widersprüchen zwischen Phantasie und Realität ab. Philosophisch fügt er diesem Thema nicht viel Neues hinzu, auf sprachlich-kompositorischer, emotionaler und gesellschaftssatirischer Ebene entwickelt Guermantes jedoch eine unvergleichliche Wucht.

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Für Freunde blutiger Steaks: Cody McFadyens „Die Blutlinie“

Cody McFadyen: Die Blutlinie

Auf fünf Bücher hat es Cody McFadyens Reihe um FBI-Agentin Smoky Barrett inzwischen gebracht, das jüngste ist in diesem Jahr erschienen. Ein guter Zeitpunkt also, um sich dem ersten Band Die Blutlinie zu widmen.

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Martin Luther als Medienrevolutionär: Zu Kaufmanns „Erlöste und Verdammte“

Thomas Kaufmann: Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation

Bevor man sich Thomas Kaufmanns neuestem Reformationsbuch zuwendet, sollte man sich zweier Dinge bewusst sein: Erstens ist Erlöste und Verdammte keine Biographie Martin Luthers und zweitens richtet sich der Text an ein akademisches Publikum. Kann man sich damit arrangieren, ist Eine Geschichte der Reformation, so der Untertitel, eine lohnende Lektüre, die vor allem im letzten Drittel überzeugt.

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